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Nach Kassel ist es nicht weit genug...

…oder, wie Sven Mecke zum Optiker wurde. 

Alles begann in guter Stimmung. Nur 380 Km waren zu bewältigen, also fast ein Heimspiel für unser Berliner Team, inclusive des Luxus, die Bande nicht aufbauen zu müssen. Das hatten die Kassler bereits erledigt. Sehr freundlich. Etwas weniger freundlich war dann schon Louis´ Freundin. Als dieser auf ihre Frage ob Louis nicht „tickern“ könnte antwortete: „Ich muss doch aber spielen.“ Entgegnete sie: „Dann kann Lars es ja vielleicht erledigen“. Was nicht nur bei Janis Grundhöfer für großen Jubel sorgte, ließ dieses ehemals sehr beliebte Mädchen bei Krautmann direkt in Ungnade fallen. Ziemlich gern gesehen ist bei den Berlinern allerdings der sympathische und stets sehr freundliche Felix Birkholz. Zumindest vor und nach dem Spiel. Während einer Begegnungen wünscht man sich meist er wäre in Rostock geblieben und würde Fähren zählen. Egal, Kassel. Die Equipe aus Berlin wähnte sich in Sicherheit. Ein Fehler! Als wäre nichts selbstverständlicher bog Felix gutgelaunt um die Ecke. Kein Thomas Latocha, kein Marcus Drücker, nicht Jan-Philip Fiege oder wenigstens Norbert Böhmländer (habe ich das gerade wirklich geschrieben?). Aber warum auch, liebe ISHD? Es sind ja nur Play Offs!

Nun gut, dass Spektakel begann und hier kommen sie ins Spiel, liebe Leser. Wie hätten sie entschieden?

Play Off Halbfinale, Heimspiel. Eine gut besuchte Halle, zwei motivierte Teams. Die Gäste spielen taktisch klug, lassen nicht viel zu und führen mit 1:2. Der Ball liegt hinter dem Tor der Gastmannschaft auf dem Netz des Gehäuses und ein Schiedsrichter (dreimal dürfen sie raten welcher) entscheidet auf Tor. Nicht, dass es dafür einen Anlass gegeben hätte, nicht, dass irgendjemand gejubelt hätte. Im Gegenteil, alle Anwesenden waren verwundert und der zweite Referee hatte nichts gesehen… …was hätte er auch sehen sollen? Ein Tor jedenfalls nicht. Aufgeregt rannte der Ref. zum Tor und wieder zurück zum Zeitnehmertisch, und wieder zum Tor und wieder zurück, hartnäckig und allem guten Zureden zum Trotz, blieb er seiner exklusiven Eingebung treu. Vielleicht war ihm das Spiel ja zu langweilig, womöglich hatte er auch einfach als Kind stets bei „ich sehe was das du nicht siehst“ verloren und wollte einmal Sieger sein, wer weiß? Das 2:2 schien jedenfalls festzustehen.

Noch einmal die Frage: Was hätten sie getan? Ihre etwaige Reaktion wird für uns ein Geheimnis bleiben, wir verraten ihnen aber gern, wie sich die Spieler der Kassel Wizards entschieden haben. Sie schickten ihren Kapitän Sven Mecke zum Schiedsrichtergespann, bestätigten diesem, was in der Halle nur eine Person nicht wusste: Kein Tor! Nun musste auch der Spielleiter seine „Sicht“ auf die Dinge ändern. Optiker Mecke hatte die Farbe dessen Brille geändert und die Farce fand ein Ende. So viel Sportsgeist, so viel Liebe zum Spiel, begegnet man leider nur selten auf Deutschlands Sportplätzen. Wie hätten sie entschieden? Der Autor dieser Zeilen kann diese Frage jedenfalls nicht seriös beantworten, hofft allerdings, er hätte sich wie ein „Zauberer“ verhalten.

Über den weiteren Spielverlauf ist nicht viel zu sagen. Kassel mit ca. 95 Prozent Ballbesitz. Berlin taktisch klug, mit einem Janis Grundhöfer im Tor, welcher mit seiner Souveränität Jens Meinhardt insofern bestätigte, als dass man diese auch problemlos als direkte Grüße an Mario Säs hätte werten können. 3:3 nach dem zweiten Drittel. Für Berlin lief alles nach Plan. Dies sollte sich ändern. Nur 10 Minuten und auch nicht mal besonders fahrlässig, wichen die Spieler von Red Devils und Berlin Buffalos vom Plan ab. 10 Minuten nur 99 Prozent Auftrag, anstatt 100. Marco Forster und sein Kollege Fröhlich ließen sich nicht zweimal bitten. 4 schnelle Tore für Kassel, drei davon wunderschön. Diesen begabten Spielern darf man einfach keinen Millimeter Platz lassen. Die Wizards obenauf, auf Berliner Seite sah man langsam die Felle davonschwimmen. Aufgeben war allerdings keine Option. Der Gästecoach wechselte den Torhüter und stellte die Reihen um. Die Flucht nach vorn war nun das Mittel der Wahl, volles Risiko. Dieser Mut sollte belohnt werden. Mit offenem Visier gelang Kassel kein Treffer mehr, Nagat hingegen netzte noch zweimal ein. Mit nur 8 plus 2 Aktiven angereist, hätte die Abordnung aus der Hauptstadt vor dem Spiel das Angebot eines Zweitorerückstandes vor dem Rückspiel sicher unterschrieben. Nach zwei Dritteln wollte man mehr und kann sich letztlich glücklich schätzen, gegen bärenstarke Kassel Wizards mit 7:5 eine akzeptable Ausgangsposition für das Rückspiel, am Sonntag 15 Uhr in der Osdorferstraße, erkämpft zu haben.

Unser Dank gilt Chris Elton und dem Vater von Niklas Pilz, für ihre Unterstützung auf dieser Auswärtsfahrt.

Fühlt euch eingeladen, wir haben noch viel vor…

…bis Sonntag